Léa Lublin
Ausstellungsszenografie und -publikation

- Datum
- November 2025
- Kontext
- Studienprojekt — Einzelarbeit
- Ort
- Le Havre — Fort de Tourneville
- Art
- Publikation
- Schlagwörter
- AusstellungsszenografieEditorial DesignKunstvermittlungImmersiver RundgangGrafikdesign
Wir sollten eine Auswahl von Werken der Künstlerin Léa Lublin treffen, eine fiktive Ausstellung ihres Werks konzipieren und ihr einen Namen geben. Anschließend galt es, den Ausstellungsort im Fort de Tourneville in Le Havre festzulegen und dort eine schlüssige Erzählung vorzuschlagen.
Absicht
Ich habe dieser Ausstellung den Namen „La Révolte de Léa Lublin“ (Die Revolte der Léa Lublin) gegeben, weil mir ihr Werk wie ein echter Herzensschrei erschien – und wie ein dringendes Bedürfnis, die Dinge zu verändern.
Rundgang und Werke
Ich habe fünf emblematische Werke von Léa Lublin ausgewählt und im gesamten Fort de Tourneville verteilt. Diese Anordnung verfolgt ein doppeltes Ziel: den Besuchern ein wenig bekanntes, geschichtsträchtiges Erbe von Le Havre näherzubringen und zugleich die partizipativen Werke der Künstlerin aufzugreifen. Durch die Verteilung der Stationen zwischen dem Tetris-Saal, dem überdachten Hof und den offenen Höfen wird das Publikum selbst zum Akteur seines Besuchs – eingeladen, sich zu bewegen und Léa Lublins Ansatz körperlich zu erfahren.
Voir Clair : La Gioconda aux Essuies-Glace
Ort: Tetris-Saal
Eine Reproduktion der Mona Lisa hinter Glas mit Scheibenwischern und einem Wasserball. Allein auf einer großen, hell beleuchteten weißen Wand ausgestellt, interpretiert sie die Szenografie des Louvre neu und lädt das Publikum ein, Wasser zu pumpen, um durch das sakralisierte Bildnis klar zu sehen.
Mon Fils
Ort: Große Galerie
Eine Performance, bei der die Künstlerin ihr Kind samt Bett mitten ins Museum bringt. Der weite Raum schafft eine allmähliche Distanz: Das Publikum entscheidet, ob es in die Intimität dieser künstlerischen und mütterlichen Handlung eintritt oder nicht.
Dedans / Dehors le musée
Ort: Überdachter Hof & Höfe
Eine interdisziplinäre Installation, die Außen und Innen verbindet. Unter dem überdachten Hof gehen Passanten durch die abgehängten Werke hindurch, um die Kulturinstitution zu entsakralisieren und allen zugänglich zu machen.
Interrogations sur l’art
Ort: Esplanade des Forts
Ein großes, mit Fragen zur Kunst bedrucktes Banner im öffentlichen Raum. Psychoanalytische Diwane empfangen Passanten, die gefilmt werden, während sie die Frage beantworten: „Was ist Kunst?“
Dissolution dans l’eau
Ort: Becken & Außenhof
Höhepunkt des Rundgangs: Ein Banner mit sexistischen Stereotypen wird ins Wasser getaucht und aufgelöst – Symbol für ein heilsames Loslassen, um mit einem befreiten Blick auf die Welt zu gehen.
Das Saalblatt
Der Wunsch, die kreative Herangehensweise von Léa Lublin für das Publikum spürbar zu machen, zeigt sich in der Anordnung der Werke, aber auch in den Vermittlungsmedien.
Das interaktive Werkschild
Wie bei ihrer eigenen Geste in der Mona Lisa mit Scheibenwischern, bei der die Besucher den Wischer betätigen mussten, um das Bild „klar zu sehen“, geben die Werkschilder dieser Ausstellung ihren Inhalt erst nach einer aktiven Geste preis. Das Ziehen an der Lasche bindet die Besucher in eine konkrete Handlung ein: Durch ihr Eingreifen erschließt sich der Sinn des Werks – statt passiv Informationen zu empfangen. Rosa wurde für die Medien gewählt, um diese Farbe von ihrer üblichen stigmatisierenden Konnotation zu lösen und sie zum Träger einer engagierten Selbstbehauptung zu machen.

1. Voir Clair : La Gioconda aux Essuies-Glace
Interaktive Installation — 1965 — 67,0 × 49,0 × 12,0 cm
